27-01-16 10:33 Alter: 2 yrs

Junge Union kritisiert Eisenbrands Unrechtsrelativierung

„Mit Verwunderung nahm die Junge Union Weimarer Land die Äußerungen vom Bürgermeister der Kreisstadt Apolda, Rüdiger Eisenbrand, innerhalb eines Radiobeitrags von MDR Thüringen über die Preisverleihung eines internationalen Geschichtspreises an Peter Franz am Dienstagmorgen zur Kenntnis“, sagte der JU-Ortsvorsitzende von Apolda Hannes Raebel.

Hintergrund der Preisverleihung ist die Aufarbeitung der deutsch-jüdischen Geschichte in Apolda durch Herrn Franz. Peter Franz war langjährig als IM der DDR-Staatssicherheit tätig. Diese Aktivitäten brachten Franz den Beinamen „Stasi-Pfarrer“. Er wurde nach der Friedlichen Revolution im Herbst 1989 vom Landeskirchenamt sofort suspendiert.
Die JU kritisiert, dass Bürgermeister Rüdiger Eisenbrand anlässlich der Preisverleihung an Peter Franz sagt, dass nach 25 Jahren Deutscher Einheit bezüglich der Aktivitäten vom ehemaligen Stasi-Spitzel ein „Schlussstrich gezogen werden kann“, so Eisenbrand wörtlich.

„Die Junge Union Weimarer Land verurteilt die Äußerungen des Apoldaer Bürgermeisters im Hinblick auf seine Unrechtsrelativierung zutiefst“, sagte Raebel. Nach 1990 weigerte sich Franz über einen längeren Zeitraum, die dienstrechtlichen Konsequenzen zu akzeptieren und begehrte mehrmals erfolglos gegen seine Amtsenthebung auf.

Der ehemalige IM Peter Franz hat zu DDR-Zeiten die eigene Kirchgemeinde in Kappellendorf über viele Jahre bespitzelt, bewusst Biografien geschadet sowie Familienverhältnisse zerstört. Die Äußerungen des Bürgermeisters, dass 25 Jahre nach der Deutschen Einheit unter genau diese Aktivitäten des ehemaligen Stasi-Pfarrers ein Schlussstrich gezogen werden kann, kritisiert die JU Weimarer Land energisch. Kritik kommt ebenfalls vom Thüringer Diktatur-Beauftragten, Herrn Christian Dietrich. Er sagt, dass Franz sich erst zum Ende der DDR, als eine Hinwendung zur jüdischen Regionalgeschichte ermöglicht wurde, öffentlich der Erinnerung an Bernhard Prager widmete.


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